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Aufsichtsrat der HRE wird neu gewählt

Nach der Verstaatlichung der Hypo Real Estate (HRE) soll der aktuelle Aufsichtsrat komplett zurücktreten und ein neuer bestimmt werden.

Der Bund hat seine Kandidaten für den Aufsichtsrat des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate benannt. Das Gremium rund um den amtierenden Aufsichtsrat Michael Endres will nach der Verstaatlichung der Bank komplett zurücktreten. Einen Sonderprüfer wird es auch geben.

Wie aus der am Montag veröffentlichten Einladung zur Hauptversammlung der Hypo Real Estate (HRE) am 13. August in München hervorgeht, soll das Gremium von 12 auf 6 Mitglieder schrumpfen. Die bisherigen Aufsichtsräte, die ihre Posten im Herbst nach der Beinahepleite der Bank übernommen hatten, gehen.

Dafür kommen Bernd Thiemann, Ex-Chef der DG Bank, die frühere Präsidentin des Bundesrechnungshofs Hedda von Wedel, die frühere Deutschlandchefin von Morgan Stanley, Dagmar Kollmann, Albert Peters aus dem Bundesfinanzministerium sowie KfW-Vorstand Günther Bräunig.

Zudem ging aus der Einladung zur Hauptversammlung hervor, dass ein Sonderprüfer die Rolle des ehemaligen Vorstands der Hypo Real Estate bei der Übernahme der Depfa und vor der Schieflage im September 2008 unter die Lupe nehmen wird. Die Aufgabe soll der Wirtschaftsprüfer Wolfgang Russ aus der Stuttgarter Kanzlei Ebner Stolz übernehmen. Die früheren Vorstandsmitglieder und 15 ehemaligen Aufsichtsräte sollen zunächst nicht entlastet werden, darunter auch der Finanzinvestor J. Christopher Flowers.

Der Bundestag hatte Ende vergangener Woche die Bundesregierung aufgefordert, Schadensersatzansprüche gegen die ehemaligen Vorstände des Staats- und Immobilienfinanzierers zu prüfen. Nach Fehlspekulationen der irischen Tochter Depfa wird die Bank derzeit mit mehr als 100 Milliarden Euro am Leben gehalten. Anfang Juni wurde auf der Hauptversammlung die Verstaatlichung der HRE beschlossen, die Depfa und die Hypo Real Estate Bank fusionierten Ende Juni unter dem Namen Deutsche Pfandbriefbank.

http://www.openpr.de/news/322997/Neue-Aufseher-fuer-die-HRE.html

Posted by Finanz-Experte on Juli 10th, 2009 No Comments

Hypo Real Estate – der Zusammenbruch war vorhersehbar

Die Hypo Real Estate (HRE) liegt aktuell am Boden. Der Staat versucht krampfhaft sie zu retten. Dabei war ihr Schicksal bereits vorhersehbar.

Immer mehr pikante Details um die HRE werden bekannt. Spätestens mit dem Erwerb der DEPFA war das Schicksal der Hypo Real Estate (HRE) nicht nur besiegelt: Die Verantwortlichen, insbesondere der Vorstandsvorsitzende Georg Funke, wussten dies auch. Das war am 2. Oktober 2007. Und spätestens im Frühjahr des Jahres 2008 war es auch der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) klar. Das hielt Georg Funke allerdings nicht davon ab, noch in der Hauptversammlung vom 27. Mai 2008 nicht nur eine – wenn auch gekürzte – Dividende vorzuschlagen, sondern die prekäre Situation der Bank mit keinem Wort zu erwähnen.

Dabei war die Bank schon im Januar 2008 durch die BaFin verpflichtet worden, der Behörde und im Bundestag über ihre Liquiditätslage zu berichten. Im Februar wurde die Bundesbank mit der Prüfung des Geldhauses beauftragt. Am 18. Februar 2008 begann eine Sonderprüfung. Dabei wurden erhebliche Defizite festgestellt. Die Prüfer mussten häufig mehrfach rückfragen, personelle Engpässe taten sich auf. Der tägliche Liquiditätsreport hätte “nicht alle relevanten Zu- und Abflüsse” umfasst. Und die Tochter DEPFA ermittelte gar den Marktwert des größten Teils der Wertpapiere und Schuldscheindarlehen nur quartalsweise. Die HRE war zwischenzeitlich zur täglichen Mitteilung ihrer Liquiditätslage an die Bankenaufsicht verpflichtet worden.

All das hätte wohl auch einem verantwortlichen Management die Schweißperlen auf die Stirn getrieben. Für Georg Funke und seine Kollegen vom Vorstand der HRE war dies noch nicht einmal Anlass zu einer Erwähnung in der Hauptversammlung. Man kann so etwas auch bewusste Täuschung der Aktionäre und Anleger nennen. Zwischenzeitlich hat sich der ehemalige Risiko-Kontroller Stéphane Wolter einem Interview der SPIEGEL ONLINE gestellt: “Mit dem Kauf der DEPFA war das Umfallen der HRE programmiert. Die Welle an kurzfristigen Verbindlichkeiten war schon beim Erwerb der irischen Tochter so stark, dass man nur noch beten konnte: Hoffentlich trocknet der Geldmarkt für die DEPFA nicht aus!”

Weiter führt er aus, dass die Übernahme des irischen Finanzjongleurs hauptsächlich deshalb erfolgte, um eine drohende Übernahme der HRE zu verhindern. Ein stringendes Agieren zum Wohle der Aktionäre sieht anders aus. Offensichtlich ist, dass die Verpflichtung zur ad hoc-Publizität massiv verletzt wurde. “Anleger, die ihre Papiere nach dem 2. Oktober 2007 erworben haben, dürften schon allein vor diesem Hintergrund sehr gute Chancen haben, Schadenersatzansprüche gegen das Bankhaus durchzusetzen” rät Rechtsanwalt Lachmair aus München.

Dies dürfte für viele auch die einzige Möglichkeit sein, noch etwas von Ihrem Einssatz zu sehen. In der turbulenten Hauptversammlung vom 2. Juni diesen Jahres hat sich der Finanzmarktstabilisierungfonds Soffin eine 90 % – Mehrheit gesichert. Das Ziel ist klar: Die verbleibenden Aktionäre sollen aus dem Unternehmen gedrängt werden. Die dabei zu zahlende Barabfindung dürfte in der Größenordnung des Übernahmeangebots von € 1,39 pro Aktie liegen. Und der Aktienkurs der Bank ist dauerhaft im Keller: Von etwa € 40,– im Herbst 2007 sind gerade einmal etwa 3,8% übrig.

http://finanzkrise.ra-lachmair.de

Posted by Finanz-Experte on Juni 23rd, 2009 No Comments