Leasing: Besonders für den Mittelstand interessant
Finanzen allgemein, Trends und Tendenzen Kommentare (0)
Längst ist Leasing für viele Unternehmen mehr als eine reine Finanzierungsalternative – besonders in Verbindung mit zusätzlichen Dienst- und Serviceleistungen. Sie können sich einerseits besser auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, andererseits ist es auch aus Aspekten der Wirtschaftlichkeit gerade für mittelständische Unternehmen günstiger, neben der Anschaffung auch den Unterhalt in die Hand eines externen Service-Unternehmens zu geben.
Professionelle Dienstleister können aufgrund des Know-hows und von Großkundenkonditionen häufig günstigere Preise und feste Kalkulationen anbieten. “Gerade beim Fahrzeug-Leasing sind ergänzende Serviceleistungen von den Kunden gefragt. Von Wartungsarbeiten über Versicherungsleistungen bis hin zum Full-Service-Vertrag reicht hier die Palette”, erläutert Reinhard Gödel, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Leasing-Unternehmen. Service-Komponenten sind beim Kfz-Leasing schon üblich. Aber auch Leasing-Nutzer von Maschinen buchen inzwischen Service-Module. Insbesondere Wartungsarbeiten und Versicherungsleistungen werden von den Kunden in Anspruch genommen. Durch die regelmäßige Wartung entfallen weitestgehend unplanmäßige Ausfallzeiten der Maschine sowie die damit verbundenen zusätzlichen Kosten.
Auch bei EDV und Büromaschinen werden die Rundum-Sorglos-Pakete der Leasing-Unternehmen verstärkt nachgefragt. Von der Beschaffung von Computern und Büromaschinen wie Fax, Kopierer und so weiter über die Konfiguration, die Wartung bis zum Austausch der Geräte und der Entsorgung von Altgeräten inklusive zuverlässiger Speicherlöschung erledigen darauf spezialisierte Leasing-Unternehmen alles in Absprache mit ihrem Vertragspartner. “Leasing bietet somit die Möglichkeit zum umfassenden Outsourcing vieler mit der Investition verbundener Funktionen. Ein echter Mehrwert für den Kunden”, so Gödel.
Auch im Immobilien-Leasing sind Komplettangebote mit Planungs-, Projektsteuerungs- und Facility Managementleistungen attraktiv, zum Beispiel im Bereich des Public Private Partnership. “So können deutliche Effizienzgewinne mit einem Gesamtpaket aus Planen, Bauen und Betreiben erzeugt werden”, erläutert der BDL-Präsident. Die Kombination verschiedener Servicemodule entlastet den Leasing-Nehmer von Aufgaben, die in der Regel nicht direkt mit seinem Hauptgeschäft zusammenhängen, aber auf die Funktionsfähigkeit und den Werterhalt des Leasing-Objektes unmittelbaren Einfluss nehmen. So wird der Verwaltungsaufwand minimiert und Planungssicherheit erreicht. Gerade durch spezielle Reportingsysteme behalten Kunden einen besseren Gesamtüberblick und können das Risiko unerwarteter Kosten reduzieren.
Für die Leasing-Nutzer liegt der Vorteil dieser zusätzlichen Leistung in einer besseren Planung und höheren Transparenz der Folgekosten durch die festgelegte Kalkulationsbasis. Verwaltungsaufwand und Betreiberrisiken können reduziert werden. Von der Möglichkeit, mit professionellem Service-Management die Prozesskosten zu senken, machen immer häufiger auch kleine und mittelständische Unternehmen Gebrauch. “Full-Service bedeutet daher für Unternehmen jeder Größe einen Mehrwert, da sie sich so besser auf das Kerngeschäft konzentrieren können”, erklärt Gödel. Auf diese Weise können Unternehmen ganze Funktionsbereiche auslagern und so ihre Prozesskosten senken. Das Einsparungspotential wird individuell beim Kunden nach Analyse der Ist-Situation errechnet.
Gerade im Fuhrparkmanagement werden ständig neue Dienstleistungen entwickelt. Der Kunde kann den Grad der Entlastung selbst bestimmen, indem er aus einer breiten Servicepalette einzelne Leistungen frei wählt. Angefangen bei der Auswahl der Modelle und der Beschaffung von Neufahrzeugen kümmern sich Leasing-Gesellschaften um Instandhaltung, Reifenmanagement und Tankkartenservice, Kraftfahrzeugsteuer und GEZ-Gebühr. Sie übernehmen Versicherungsdienstleistungen und bieten einen Schadenservice mit 24-Stunden-Pannenservice und Ersatzfahrzeugen an.
Oft wird ein tagesaktuelles Reportingsystem angeboten, das durch detailliertes Controlling die fahrzeugspezifische Verbrauchs- und Kostenentwicklung sowie relevante Fuhrparkinformationen via Internet einsehbar macht. Leasing-Gesellschaften können mit Serviceangeboten mehr Leistungen gegenüber reinen Finanzierern anbieten, aber die Leasing-Unternehmen differenzieren sich auch untereinander. Einige Leasing-Gesellschaften schließen nur Full-Service-Verträge ab, andere bieten verschiedene Komponenten an und wieder andere ein komplettes Reporting, z. B. im Flottenmanagement.
Die Kosten des Service-Pakets werden in den meisten Fällen über die monatliche Leasing-Rate abgerechnet. Im Übrigen werden die Kosten nicht von der neuen pauschalierten Ermittlung des Finanzierungsanteils bei der Gewerbesteuer erfasst. Eine separate Ausweisung macht daher steuertechnisch Sinn.
www.bdl-leasing-verband.de
Der Finanz-Experte @ November 26, 2008