Die Entwicklung der Festgeldzinsen

Festgeldkonten gehören zu den klassischen Anlageangeboten der Banken, die diese Gelder als Refinanzierung für ihre Kredite verwenden. Ihre Verzinsung bleibt, wenn die Anlage einmal abgeschlossen wurde, für die gesamte Laufzeit konstant, so dass Anleger mit dem jeweiligen Ertrag planen können.

Die Höhe des Festgeldzinses bestimmen zum einen der Anlagebetrag, zum anderen aber auch die vereinbarte Laufzeit. Festgeldkonten können dabei mit unterschiedlichen Laufzeiten abgeschlossen werden. Beliebt sind dabei Festgeld oder Termingeldkonten mit Laufzeiten von sechs Monaten bis zu einem Jahr.

Daneben ist der Festgeldzins aber auch von der allgemeinen Zinssituation abhängig. Dieser Zusammenhang wird vor allem in der jetzigen Finanzkrise deutlich, in der die Notenbanken seit Herbst 2008 kontinuierlich die Leitzinsen senken. Bei ihrer jüngsten Entscheidung am 02.04.2009 reduzierte die EZB den Leitzins auf nur noch 1,25% p.a., einem bisherigen historischen Tief. Noch im Juli 2008 hatte die EZB die Leitzinsen auf damals 4,25% erhöht. Experten hatten zum jetzigen Termin sogar eine noch stärkere Zinssenkung erwartet. Es wird daher davon ausgegangen, dass die Leitzinsen zur nächsten Sitzung des EZB-Rates im Mai 2009 erneut reduziert werden, selbst Zinssätze von unter einem Prozent sind bei der derzeitig katastrophalen wirtschaftlichen Lage in Europa nicht mehr auszuschließen.

Dieses Szenario zeigt sich auch an der Entwicklung der Festgeldkonditionen, denn diese sind stark am Leitzins orientiert. Konnten Sparer für ihr Festgeld von Sommer bis Herbst 2008 durchschnittlich noch mehr als 5% p.a. erzielen, gibt es heute kaum noch Banken, die für ein einjähriges Termingeld mehr als 2,5% p.a. bezahlen. Selbst bei Neukundenaktionen können Anleger heute selten höhere Renditen erzielen. Bei vielen Instituten liegt der Zins im einjährigen Bereich sogar bei 1-1,2% p.a., also auf dem Niveau des Leitzinses. Der einjährige Bundesfinanzierungsschatz, ein vom Bund emittiertes festverzinsliches Wertpapier, was gern als Alternative zum Festgeld angesehen wird, rentiert per 16.04.2009 gar nur noch mit 0,74% p.a.
Wenn die Leitzinsen weiter sinken, was derzeit nicht auszuschließen ist, werden auch die Festgeldkonditionen weiter fallen. „Zinsgeschenke“ an die Kunden in Form überdurchschnittlicher Werbe-Zinssätze wird es wohl auch wegen der Ertragssituation der Banken, die auf jede noch so geringe Marge angewiesen sind, nicht geben. Lediglich ausländische Institute bieten noch mehr als 3% p.a., allerdings oft nicht mit 100%iger Einlagensicherung. Diese fordern viele Anleger jedoch in der Finanzkrise.

Fazit: Festgeld ist und bleibt eine sichere Geldanlage für risikobewusste Kunden. Da die Zinssätze in naher Zukunft aber wohl eher sinken als steigen werden sollten Anleger, die ihr Geld längerfristig investieren wollen, sich bald für einen entsprechenden Abschluss entscheiden.

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This entry was posted on Montag, April 20th, 2009 at 8:00 am and is filed under Finanzen allgemein, Tipps von Finanzexperten. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

 

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