Archive for April, 2009

Die teuerste Musik der Welt – die Musik der Finanzkrise

Johannes Kreidler hat ein Musikstück komponiert, welches wohl zu recht als teuerstes Musikstück der Welt angesehen werden kann. Es geht nicht etwa um den Aufwand oder die Kosten, es geht um den Inhalt. Anhand von Börsen- und Bilanzkursen hat er Hochs und Tiefs mit einzelnen Tönen versehen. Heraus gekommen ist ein klassisches Stück Musik, welcher entsprechend der Kurse immer tiefere Töne von sich gibt. Obwohl Billiarden von Euro in der Finanzkrise verloren wurden, kamen doch nur einige Töne heraus – die Musik zur Finanzkrise.
Schwierig zu erklären – schauen Sie es sich am besten selbst an:

Posted by Finanz-Experte on April 30th, 2009 2 Comments

Tagesgeld – vier Prozent nur noch in Ausnahmefällen

© Gerd Altmann / PIXELIOEntsprechend dem fallenden Leitzins der EZB passen sich auch die Tagesgeld- und Festgeldzinsen an. Wer hohe Zinsen will, muss zu ausländischen Banken gehen oder Bedingungen akzeptieren.
Nachdem Anfang April die Europäische Zentralbank den Leitzins auf das historische Tief von 1,25 Prozent gesenkt hatte, passen jetzt nach die Banken ihre Zinsen an. Die Zinsen fallen von Woche zu Woche – gab es in der Vorwoche noch durchschnittlich 1,96 Prozent Zinsen auf das Tagesgeld, sind es diese Woche nur noch 1,86 Prozent. Beim Festgeld ist es ganz ähnlich – dort ist der Durchschnittzins von 2,02 Prozent auf 1,97 Prozent gefallen.
Wer hohe Zinsen für sein Geld haben möchte, muss entweder zu einer ausländischen Bank gehen oder ein befristetes Angebot in Kauf nehmen. Spitzenreiter bei den Zinsen sind weiterhin die Niederländer – die NIBC Direct bietet 4,5 Prozent auf die Tagesgeldkonten. Allerdings sind dort die Einlagen nur bis 100.000 Euro gesichert.
Bei den deutschen Anbietern gibt es zwar auch hohe Zinsen, allerdings nur an Bedingungen geknüpft. Wer nicht mehr als 10.000 Euro anlegen will, bekommt bei der Commerzbank Tochter comdirect vier Prozent Zinsen auf das Tagesgeld. Alles über 10.000 Euro wird allerdings nur mit 1,5 Prozent verzinst. Interessant ist auch das Angebot von Cortal Consors. Dort gibt es, bei einer Depoteröffnung mit mindestens 6000 Euro, ganze 6 Prozent auf das Tagesgeld. Dies gilt allerdings auch hier nur bis 25.000 Euro.

Bild: Gerd Altmann/pixelio

Posted by Finanz-Experte on April 28th, 2009 1 Comment

VVG Novelle 2009 – Ein Über- und Ausblick

Das Versicherungsvertragsgesetz, kurz VVG, ist ein Gesetz, in welchem die Rechte in Pflichten von Versicherern auf der einen und Versicherten auf der anderen Seite behandelt wird. Das VVG ist mit seiner letzten Änderung am 1. Januar 2009 in Kraft getreten.
Was hat sich beim Versicherungsvertragsgesetz seit 2009 geändert?
Ziel der VVG-Novellierung war es, die Situation von Versicherten zu verbessern. So wurde unter anderem geregelt, dass das bisherige Policenmodell bei Versicherungen abgeschafft werden solle, zugunsten eines Invitationmodells, bei welchem der Vertrag erst dann gültig werden kann, wenn der Versicherte auch die Vertragsunterlagen hat.
Zusätzlich wurde beschlossen, dass der Verbraucher wesentlich besser informiert und beraten werden muss. Sämtliche Verträge haben auch ein Widerrufsrecht von zwei Wochen.
Aber nicht nur Neukunden profitieren vom neuen VVG, auch Altkunden können sich über die Novellierung freuen. So haben sich zusätzlich die Kündigungsbedingungen geändert. Verträge mit längerer Laufzeit können bereits nach drei Jahren gekündigt werden, nicht wie bisher erst nach fünf Jahren. Bei Schadensfällen oder einer Erhöhung der Beiträge steht dem Versicherten ein gesondertes Sonderkündigungsrecht zu.
Offensichtlich zeigt die Novellierung des VVG auch Wirkung, ein aktuelles Ranking der Berufsunfähigkeitsversicherungen zeigt, dass sich die Angebote der Versicherer deutlich verbessert haben. Während im letzten Jahr nur elf Anbieter eine Fünf-Sterne Bewertung erhalten haben, waren es im aktuellen Rating 33 Anbieter.
Das VVG hat somit offensichtlich die Versicherer zu deutlich besseren Angeboten gebracht.

http://mm-gmbh.yum.de

Posted by Finanz-Experte on April 24th, 2009 No Comments

Die Entwicklung der Festgeldzinsen

Festgeldkonten gehören zu den klassischen Anlageangeboten der Banken, die diese Gelder als Refinanzierung für ihre Kredite verwenden. Ihre Verzinsung bleibt, wenn die Anlage einmal abgeschlossen wurde, für die gesamte Laufzeit konstant, so dass Anleger mit dem jeweiligen Ertrag planen können.

Die Höhe des Festgeldzinses bestimmen zum einen der Anlagebetrag, zum anderen aber auch die vereinbarte Laufzeit. Festgeldkonten können dabei mit unterschiedlichen Laufzeiten abgeschlossen werden. Beliebt sind dabei Festgeld oder Termingeldkonten mit Laufzeiten von sechs Monaten bis zu einem Jahr.

Daneben ist der Festgeldzins aber auch von der allgemeinen Zinssituation abhängig. Dieser Zusammenhang wird vor allem in der jetzigen Finanzkrise deutlich, in der die Notenbanken seit Herbst 2008 kontinuierlich die Leitzinsen senken. Bei ihrer jüngsten Entscheidung am 02.04.2009 reduzierte die EZB den Leitzins auf nur noch 1,25% p.a., einem bisherigen historischen Tief. Noch im Juli 2008 hatte die EZB die Leitzinsen auf damals 4,25% erhöht. Experten hatten zum jetzigen Termin sogar eine noch stärkere Zinssenkung erwartet. Es wird daher davon ausgegangen, dass die Leitzinsen zur nächsten Sitzung des EZB-Rates im Mai 2009 erneut reduziert werden, selbst Zinssätze von unter einem Prozent sind bei der derzeitig katastrophalen wirtschaftlichen Lage in Europa nicht mehr auszuschließen.

Dieses Szenario zeigt sich auch an der Entwicklung der Festgeldkonditionen, denn diese sind stark am Leitzins orientiert. Konnten Sparer für ihr Festgeld von Sommer bis Herbst 2008 durchschnittlich noch mehr als 5% p.a. erzielen, gibt es heute kaum noch Banken, die für ein einjähriges Termingeld mehr als 2,5% p.a. bezahlen. Selbst bei Neukundenaktionen können Anleger heute selten höhere Renditen erzielen. Bei vielen Instituten liegt der Zins im einjährigen Bereich sogar bei 1-1,2% p.a., also auf dem Niveau des Leitzinses. Der einjährige Bundesfinanzierungsschatz, ein vom Bund emittiertes festverzinsliches Wertpapier, was gern als Alternative zum Festgeld angesehen wird, rentiert per 16.04.2009 gar nur noch mit 0,74% p.a.
Wenn die Leitzinsen weiter sinken, was derzeit nicht auszuschließen ist, werden auch die Festgeldkonditionen weiter fallen. „Zinsgeschenke“ an die Kunden in Form überdurchschnittlicher Werbe-Zinssätze wird es wohl auch wegen der Ertragssituation der Banken, die auf jede noch so geringe Marge angewiesen sind, nicht geben. Lediglich ausländische Institute bieten noch mehr als 3% p.a., allerdings oft nicht mit 100%iger Einlagensicherung. Diese fordern viele Anleger jedoch in der Finanzkrise.

Fazit: Festgeld ist und bleibt eine sichere Geldanlage für risikobewusste Kunden. Da die Zinssätze in naher Zukunft aber wohl eher sinken als steigen werden sollten Anleger, die ihr Geld längerfristig investieren wollen, sich bald für einen entsprechenden Abschluss entscheiden.

Posted by Finanz-Experte on April 20th, 2009 No Comments